ERBEESSEN

ein performatives Denkmal für die Opfer der NS-Morde in der Erlanger "HuPfla"

 

Dieses Projekt findet in Kooperation mit ZSL e.V. statt und wird gefördert durch die Kulturförderung der Stadt Erlangen, Demokratie leben!, der Sparkasse Erlangen-Hochstadt und der Kulturstiftung Erlangen

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"Arbeitsfähig" oder "nutzlose Esser"? "Beschulbar" oder "der Verblödung nahe"? Das nationalsozialistische Regime hatte klare Vorstellungen über Normalität, soziale Rollenbilder, sowie davon, welche Leistungen ein Mensch zu erbringen hat, um Anspruch auf ein würdevolles Leben zu haben. Menschen, die nicht diesen Vorstellungen entsprachen wurden in "Heil- und Pflegeanstalten" gebracht, von wo aus sie deportiert wurden, oder wo sie aufgrund gezielter Vernachlässigung verhungerten. So auch in Erlangen. Leider ist dieses Thema bis heute kaum im gesellschaftlichen Diskurs angekommen.

Das Performance-Projekt ERBEESSEN bietet gleichermaßen einen kritischen Zugang zum damaligen Leistungsdenken, wie auch zur aktuellen Debatte rund um Erinnerungskultur und Ableismus. Wir wollen Gespräche führen, die es nie gegeben hat, Menschen in den Mittelpunkt rücken, die zu Lebzeiten am Rande der Gesellschaft standen. Neben Szenen, die vor Ort aufgeführt werden, soll ERBEESSEN besonders einen Raum bieten - für Begegnung, Austausch, Neugier, Diskussion...

Die Texte des performativen Denkmals fokussieren sich auf die Erlanger "Heil- und Pflegeanstalt" und basieren auf Krankenakten, Sekundärliteratur, sowie Gespräche mit Angehörigen und Zeitzeug:innen.

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Als Auftaktveranstaltung zum performativen Denkmal findet im Rahmen der Langen Nacht der Demokratie am 02.10.21 ein Fishbowlgespräch (interaktive Podiumsdiskussion) statt: 

Aus der Reihe tanzen, damals und heute. - Offene Diskussion über die heutige Perspektive auf die NS-Morde in der Erlanger “HuPfla”. 

21:30 bis 22:30 in der Stadtbibliothek Erlangen (Marktplatz 1, 91054 Erlangen)

Von 19. bis 21.11. öffnet das performative Denkmal seine Türen - täglich von 10 bis 24 Uhr in der Hauptstraße 52 in 91054 Erlangen (ehemals Pfeiffer).
 

Der 19.11. widmet sich unterschiedlichen Einzelschicksalen, die über einen Klangteppich erfahrbar werden - ganztags, Dauer ca eine Stunde.

Der 20.11. fokussiert konkrete Abläufe innerhalb der Hungerstationen anhand der Perspektive eines Arztes, sowie eines ermordeten Mannes. - Aufführung des interaktiven Dialogs um 11, 16, 19 und 22 Uhr, Dauer ca 60 Minuten.

Der 21.11. beendet das performative Denkmal indem die eigene Erzählperspektive, sowie die öffentliche Faktenlage hinterfragt wird. - Aufführung des Monologs um 12, 15, 18, 20 und 22 Uhr, Dauer ca 20 Minuten.

 

Eintrittskarten können vor Ort erworben werden. Die Preisempfehlung liegt bei 5-12€. Der Erwerb eines Tickets berechtlicht zu beliebig häufigen und langen Besuchen der Performance.

Konzept & Regie:

Valentina Eimer, Viktoria Maier

Performance:

Simon Schießl, Viktoria Maier, Valentina Eimer

Technik:

Elisa Sichelstiel, Felix Bogner